Kirmes in Dorff

König Lothar, Boxchampion aller Klassen

Auch in diesem Jahr bildete die Kirmes vom 19.8. bis zum 22.8. den Höhepunkt des Dorffer Vereinslebens. Der Freitag startete mit einer von vielen Jugendlichen besuchten Disco im Festzelt, präsentiert von einem DJ. Angesagt waren Mallorca-Hits, die Besucher fühlten sich an den Ballermann nach El Arenal versetzt.


Königspaar Lothar Müller und Elke Menniken nach dem Kirchgang

Am Samstag traten die Schützen um 17.30 Uhr zur Königsmesse an, die von Pfarrer Lühring feierlich zelebriert wurde. Er segnete das Königssilber, bevor es der erste Brudermeister Heinz Willms dem neuen König Lothar Müller umhängte.  Beide wünschten ihm und seiner Königin Elke Menniken eine schöne und erfolgreiche Regentschaft. In seiner Ansprache betonte Pfarrer Lühring, dass die Königswürde nicht zu einem bloßen Ritual verkommen dürfe, sondern vom Königspaar getreu dem Motto der Schützen "Glaube, Sitte, Heimat" mit Leben erfüllt werden sollte.

Nach der Messe legten die Feuerwehr und die Schützen am Ehrenmal einen Kranz nieder, um der Gefallenen der beiden Weltkriege zu gedenken. In einer kleinen Ansprache mahnte der erste Brudermeister Heinz Willms, dass eingedenk des Irrsinns, in den die Bevölkerung damals durch die Nazis getrieben wurde, Tradition zur Wachsamkeit verpflichte, zehn Minuten Gedenken alleine reiche nicht. Beim anschließenden Umzug durch die Krauthausener Straße und das Hahnenkreuz säumten zahlreiche Dorffer den Weg.


Bezirksschützenkönig Fritz Thiermann mit Gattin Simone beim Umzug

Zum Festabend im Festzelt am Dorfweiher begrüßte der erste Brudermeister Heinz Willms die Vorsitzenden der Dorffer Vereine, den Bezirksbrudermeister M. Tings und den Ehrenvorsitzenden der Bruderschaft H. Oebel. Da dieses Jahr keine Wahlen anstehen, waren keine Vertreter der Stadt und der Parteien erschienen. Zum Tanz spielte die Liveband "The Sunshine" auf. Zunächst verabschiedeten Heinz Willms und Präses Ulrich Lühring das scheidende Königspaar Fritz und Simone Thiermann, die ein Jahr lang die Dorffer Schützen würdig  vertreten haben. Sie dürfen sich auf ein weiteres Regierungsjahr freuen, da Fritz in diesem Jahr als zweiter Dorffer Schützenkönig die Bezirkskönigswürde erringen konnte. Sodann inthronisierten sie den neuen König Lothar Müller mit seiner Königin Elke Menniken. Anschließend ehrten beide einige Vereinsmitglieder für ihre langjährige Mitgliedschaft oder für besondere Verdienste um den Verein. 50 Jahre Mitglied sind Dieter Polhammer und Josef van der Broeck, der sich durch seine Zuverlässigkeit und Tatkraft stets voll für den Verein eingesetzt hat, zuletzt als Fahnenträger. Auf eine 40-jährige Mitgliedschaft blickt Uwe Lüdtke zurück. Besonders verdient gemacht um die Bruderschaft haben sich dieses Jahr vor allem einige Schützenschwestern. Silvia Kuchem, seit 1984 Mitglied im Verein, ist seit einigen Jahren zuständig für die Arbeitspläne an Kirmes. Ihr verlieh Heinz Willms das Verdienstkreuz in Silber. Petra Weiss, Mitglied seit 2000, bringt den Vorstand vor allem durch neue Ideen auf Trab. Elke Menniken ist seit 2006 Mitglied und, wie Heinz Willms betonte, überall und das gleichzeitig im Einsatz für den Verein. Die Eheleute Elke und Martin Zeeveart sind seit 2003 Vereinsmitglieder und kümmern sich als Redaktionsmitglieder vor allem um die Vereinszeitung "Dorffer Schützenecho". Eine besondere Ehre wurde dem langjährigen Mitglied Peter Münstermann zuteil, der seit mehr als 30 Jahren im Verein tätig ist, von 1977-1982 als stellvertretender Vorsitzender. Er errang 1987 und 1992 die Königswürde Der Bezirksbrudermeister M. Tings überreichte ihm das St. Sebastianus-Ehrenkreuz samt Urkunde. Ein besonderes Highlight präsentierten die Dorffer Schützen mit den Honey Motion. Danach rief Andreas Schiffer alle Uniformträger auf, dem Königspaar Lothar Müller und Elke Menniken beim Königswalzer die Ehre zu erweisen. Für viele endete der Festabend erst spät in der Nacht oder besser am frühen Sonntagmorgen.


Schminken der Kinder

Der Familientag am Sonntag hatte für jeden einen Programmpunkt zu bieten. Er startete um 10.30 mit dem traditionellen Frühschoppen und mit dem Speck- und Ei-Essen. Nach der Mittagspause luden die Frauen mit selbstgebackenen Kuchen zur Cafeteria, bevor die Schützenbruderschaften aus Breinig, Krauthausen und Dorff  sowie die Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Dorff gegen 16.00 Uhr zum großen Festzug durch die Pfarrer-Gau-Straße und die Marienstraße antraten. Musikalisch begleitet wurden sie vom Spielmannszug Grün-Weiß Eschweiler und dem Musikzug der Eschweiler Feuerwehr. Den Grenzland-Schützenbund Aachen-Land-Süd vertrat der amtierende Bezirksschützenkönig Fritz Thiermann mit Gattin Simone, der Dorffer Schützenkönig des vergangenen Jahres. Beim anschließenden Königsball im Festzelt zeigten König Lothar und seine Königin Elke beim Königswalzer ihr ganzes tänzerisches Können. Bei der großen Tombola gab es zahlreiche tolle Preise zu gewinnen. Die Kinder erfreuten sich derweil vor dem Festzelt an einem großen aufblasbaren Kicker, beim Malen und Schminken und an weiteren kleinen Spieltischen.



Harren der Dinge, die da kommen...

Der Montag stand ganz im Zeichen der Ulkparade, jenes sagenumwobenen Schauspiels, das immer wieder die Massen in Dorff elektrisiert. Da der diesjährige König einem alten Schaustellergeschlecht entstammt, verwandelte das Ulkkomitee unter Leitung von Gregor Haller den Lindenplatz kurzerhand in einen Rummelplatz, mit einem großen Wasserbecken im Mittelpunkt. Zunächst pries der eigens aus Belgistan angereiste Quacksalber Dr. Lindenquack den zahlreich erschienenen Zuschauern sein Wunderpulver an. Es hilft gegen alles, gegen Fußpilz, Blähungen, Haar- und Zahnausfall und fördert bei Kindern das Wachstum. Er geizte nicht mit eindrucksvollen Demonstrationen seines Wundermittels und verteilte kostenlose Proben ans Publikum.


Quacksalber Dr. Talismann Lindenquack beim Feldversuch

Im ersten Spiel nahm König Lothar zwei Mitglieder seines Gefolges mit einer großkalibrigen Wasserpistole ins Visier. Sie mussten das versprühte Wasser in einem Messbecher auffangen, wahrlich kein einfaches Unterfangen. Der wegen unlauterer Machenschaften disqualifizierte Verlierer musste sich einer Ganzkörperdusche aus einem Hochdruckreiniger unterziehen, bei sommerlichen Temperaturen sicherlich eher eine willkommene Abkühlung.


Eine Ente hängt am Haken

Anschließend angelte der König mit einer Bockwurst am Haken die als Enten verkleideten Damen seines Gefolges aus dem Entenpfuhl. Die Zuschauer feuerten ihn lautstark an. Beim "Haut den Lukas" trat Regent Lothar gegen einen Mitstreiter aus seinem Gefolge an. Beide schossen mit einer Wippe Wasserbomben ins Publikum.


fast getroffen...

Danach wandelte sich der Lindenplatz zur Wurfbude mit lebenden Schießbudenfiguren. Sie hielten ein Brett in die Höhe, in das der Schriftzug "Lothar M. König 2011" eingenagelt war und das in der Mitte ein kleines Loch hatte. König Lothar musste Wasser- und Farbbeutel hindurch werfen. Leider gingen die meisten daneben, so dass das Spiel in einer Wasserschlacht endete, wobei auch die Zuschauer ihren Teil abbekamen.


David gegen Goliath

Zum absoluten Höhepunkt trat König Lothar, seines Zeichens eher ein Schmalhemd, im Ring gegen den Champion aller Klassen der Dorffer Boxing Organisation (DBO) und der Boxing Association Dorff  (BAD) Tim "The Butcher" Cossmann an, den das Dorffer Ulkkomitee eigens aus Breinig eingeflogen hatte. Jede Runde wurde vom Nummerngirl Denise Weiss angekündigt und mit einer Kuhglocke eingeläutet. Die ersten beiden Runden gingen klar nach Punkten an den hünenhaften Titelverteidiger, der Herausforderer hatte einen schweren Stand. Doch in der dritten Runde wendete sich das Blatt. Mit einem gezielten rechten Haken streckte er den Champion nieder und durfte sich selbst mit einem zum Siegerkranz umfunktionierten Klodeckel und dem Weltmeistergürtel schmücken.


Ich bin der Größte...

Da der Kampf nicht ohne Blessuren abgegangen war, zog die ganze Gesellschaft anschließend ins Sanitätszelt, wo die Wunden bei Erbsen-, Gulaschsuppe und viel Bier auskuriert wurden. Vor dem Zelt veranstalteten die Kinder einen Kinderbasar. Sie verkauften oder tauschten ihre ausgedienten Spielsachen untereinander. Mit viel Gesang und kleinen Spielen klang die Kirmes aus, bevor sie am späten Nachmittag endgültig bis nächstes Jahr zu Grabe getragen wurde.


Abmarsch zum Suppe- und Bierfassen

Text: A. Reichert
Bilder: A. Reichert

 

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